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Qualitätssicherung im Geburtshaus
Qualitätsicherung in der außerklinischen Geburtshilfe macht diese Art der Geburtshilfe transparent und zeigt damit, dass Sicherheit und Verantwortungsbewußtsein innerhalb der Geburtsbetreuung gegeben ist.
Die Anderwelt befindet sich im Aufbau eines Qualitätmanagementsystems für Geburtshäuser. Die Grundlage dafür bildet die ISO 9001, die speziell für die Bedürfnisse von Geburtshäusern abgepasst wurde.
Im Frühjahr 2010 erfolgt die Zertifizierung.
Gute Noten für außerklinische Geburtshilfe
Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) dokumentiert seit 1997 die Qualität der Versorgung in Deutschland bei Geburten in der häuslichen Umgebung, im Geburtshaus oder in Hebammenpraxen. In regelmäßigen Qualitätsberichten veröffentlicht QUAG aktuelle Zahlen und Fakten zu diesem Thema. Die jüngsten Testergebnisse belegen: Die außerklinische Geburt ist sicher.
Die Analyse basiert auf einer repräsentativen Datengrundlage von 42.154 Geburten aus den Jahren 2000 bis 2004. Darin sind alle außerklinisch begonnen Geburten erfasst. Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Studien. ( "A German Study", 5-Jahres-Studie 2000-2004. Außerklinische Geburtshilfe in Deutschland.Hrsg:QUAG, Hans Huber Verlag, 2007 ISBN 978-3-456-84427-5)
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Die Hebammen schätzen die möglichen Geburtsrisiken überwiegend richtig ein und leiteten im (seltenen) Notfall rasch Maßnahmen ein.
- Die Beziehung zur Hebamme wurde während der Schwangerschaft intensiv gepflegt. Jede 2.Schwangere hatte (ohne Einberechnung der Geburtsvorbereitungskurse) 6 bis 10 persönliche Kontakte zu ihrer Hebamme.
- Ein wesentliches Kriterium für die Wahl des Geburtsortes war für 74% der Frauen die vertraute Hebamme, gefolgt von dem Wunsch nach Selbstbestimmung mit 68%.
- Jede 3.Frau gebar ihr erstes Kind zu Hause oder in einem Geburtshaus. Das zeigt: Auch für Erstgebärende ist die außerklinische Geburt sicher.
- 31 % aller Erstgebärenden waren über 35 Jahre alt.
- 90% der Erstgebärenden hatten eine Spontangeburt.
- 83,6% der Erstgebärenden und 95,6% der Mehrgebärenden benötigten während der Geburt keine Schmerzmittel oder Spasmolytika ( Mittel zum Entkrampfen)
- In 12,5% aller Fälle war während der Geburt eine Verlegung in der Klinik notwendig. Der häufigste Grund dafür war ein Stillstand in der Eröffnungsphase der Geburt. Nur 1,0% aller Geburten wurden eilig verlegt.
- 91,3% der Verlegungen wurden in Ruhe durchgeführt, häufig im Privatauto. Die restlichen 8,7% wurden im Krankenwagen transportiert.
- In die Klinik wurde die Gebärende grundsätzlich von der Hebamme begleitet. Dort wurde sie meist von einer anderen Kollegin und dem ärztlichen Team weiter betreut.
- Auch von den verlegten Frauen konnten 52,7% in der Klinik spontan entbinden. In den anderen Fällen wurde die Geburt operativ beendet.
- Die Kaiserschnittrate lag bei 4%, bezogen auf alle in dieser Studie erfassten Geburten.
- Die große Mehrheit der Neugeborenen war gesund. 99% aller erfassten Neugeborenen hatten nach einer Minute einen APGAR-Wert zwischen 8 und 10.( Der APGAR-Wert bestimmt den Vitalitätszustand des Neugeborenen. Ab 8 von 10 Punkten geht es dem Baby bestens.)
- Die perinatale Mortalität betrug 0,16%. Darin sind auch die Todesfälle enthalten, in denen die Geburt eines nicht überlebensfähigen Kindes bewusst außerklinisch geplant und durchgeführt wurde.( Bundesdurchschnitt für alle Geburten, klinisch und außerklinisch: 0,50%.)
- Die Dammschnittrate aller in der Studie erfassten Geburten( inklusive der in die Klinik verlegten vaginalen Geburten) beträgt 5,8%
- 87 % aller Erstgebärenden, die vaginal geboren haben, hatten keinen Dammschnitt und /oder Dammriss III.bis IV.Grades.
- 95,6% der Gebärenden( darunter auch diejenigen, die während der Geburt in eine Klinik verlegt wurden) konnten ohne nachgeburtliche Probleme das Wochenbett beginnen( das heißt: ohne Placentalösungs-Störung, ohne komplizierte Geburtsverletzungen oder verstärkte Blutungen).
Die guten Ergebnisse scheinen sich herumzusprechen. Seit einigen Jahren steigt die Zahl von Geburten in Geburtshäusern und zu Hause langsam aber kontinuierlich an.
( Quelle: Infobroschüre: Zu Hause und im Geburtshaus, Hrsg. QUAG e.V.)
weiter Informationen unter
www.quag.de
