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6.2.2012 : 9:20 : +0100

Berichte

 

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Geburtserlebnisse aus unserem Geburtshaus

Geburtserfahrung einer Mama

Ein tatsächlich atem(be)raubendes Ereignis ist die Geburt eines Kindes. Ich durfte dieses Wunder im Sommer 2008 zum Zweiten mal erleben und alles ist so unvorstellbar schön gelaufen.

Der Geburtstermin wurde von der Frauenärztin  für den 2. Juli festgelegt, unsere  Rechnung machte den 7. Juli zum Termin und mit diesem Wissen fiel mir das Warten diesmal nicht so schwer. Es konnte ja gar nicht am 2. kommen, das wäre ja ganz zu früh gewesen, doch die Spannung wuchs sowohl mental als auch körperlich, denn mein Bauchbewohner machte sich ganz schön breit.

Für mich war die Möglichkeit in der AnderWelt entbinden zu könne ein echtes Glück, war mir doch die Krankenhausluft nach der ersten Geburt gar nicht bekommen. Eine Hausgeburt stand für mich gar nicht zur Debatte und damit war das Geburtshaus ideal. Die Hebammen  und das Geburtshaus lernte ich während des Geburtsvorbereitungskurses und der Vorsorgeuntersuchungen kennen und so konnte eine freudige Spannung auf das große Ereignis wachsen, denn ich fühlte mich gut aufgehoben.

Am frühen Abend (gegen 17:30 Uhr) des 7. Juli pflückte ich im Garten Bohnen und bemerkte ein Wiederkehrendes leichtes Ziehen im Rücken. Ob das die ersten Wehen sind, fragte ich mich und nahm mir vor später mit meinem Mann Spazieren zu gehen.

Nachdem ich meinen Zweijährigen im Bett hatte (gegen 19:30 Uhr) war aus dem Ziehen ein starkes regelmäßiges Druckgefühl im Bauch geworden und mir war gar nicht mehr nach Laufen zumute. Ich setzte bzw. kauerte mich vor den Fernseher und wartete ab. Als mein  Mann ca. 21:00 Uhr zu mir kam, waren die Wehen regelmäßig alle 10 min. und ich wusste, dass wir den Bauchbewohner bald  zu Gesicht bekommen würden. Nach einer halben Stunde entschied ich, meinen Mann die Bereitschaftsnummer der AnderWelt anrufen zu lassen. Er sollte ausrichten, dass wir kommen. Die Vorstellung ins Auto steigen zu müssen gefiel mir nicht, also besser jetzt als später. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wir häufig die Wehen waren, irgendwie ständig mit kleinen Pausen. Der Weg zum Auto war schwer, dann Hinsetzten, losfahren und umdrehen. Wir hatten die Tasche vergessen, den Kindersitz, also zurück. Ich hab geflucht, es war wieder so typisch für uns.

Die Fahrt dauerte gefühlt ewig, gemessen ca. 20 min..

Als wir im Geburtshaus ankamen, wurden wir ganz herzlich von Marina in Empfang genommen. Zuerst wurde ein CTG gemacht und gefühlt, wie weit der Muttermund geöffnet war, dann ging ich erneut auf alle Viere und atmete. Ich weiß nicht wie lange.

Schließlich schlug Marina vor, die Wanne zu füllen. Ich zweifelte erst, ob ich ins Wasser will, doch es konnte ja nur angenehmer werden, dieses heftige, wallende Druckgefühl im Bauch. Also probierte ich es und es war wunderbar. Auf allen Vieren, jetzt in der Badewanne im warmen Wasser, veratmete ich die Wehen, bis Marina mir sagte, ich sollte besser in die Rückenlage kommen. Das Aufstehen schien mir unmöglich, doch mit der Hilfe aller Beteiligten gelang es. Irgendwann war auch Ulrike gekommen, der Weg unseres Kindes auf diese Welt sollte also nicht mehr weit sein.

In der Rückenlage kam der schmerzhafteste Teil der Arbeit auf mich zu, der Kopf wollte und  musste durch die Scheide. Ich erinnerte mich in diesem Moment noch sehr genau an die Geburt meines Sohnes und an dieses unbeschreiblich gemeine Gefühl in meinem Intimbereich. Ich wollte nicht mehr. Ich brauche etwas Zeit, musste eine Wehe aussetzen.  Dann ging es ganz schnell, der Kopf, die Schultern und der Rest des Kindes waren geboren. Es war 0:05 Uhr und es lag ein kleiner Körper auf meinem. Ich war erschöpft und glücklich, glücklich darüber, mein Kind in den Armen zu halten. Der Kopf unseres Babys erhob sich, es blickte mich an, als würde es mich prüfen. Und endlich konnte auch die große Frage beantwortet werden: Ist es nun ein Mädchen oder ein Junge? Es ist eine kleine Svea, ein Energiebündel, ganz ähnlich wie der große Bruder und doch ganz anders.

Nach der Erstversorgung von Mutter und Kind und einem kleinen Nickerchen des Papas gab es leckere Nudeln mit Tomatensoße und ein Glas Sekt zur Geburt unserer Tochter. Da ich mich gut fühlte, sind wir ganz schnell zu unserem Großen gefahren und haben uns alle zusammen ins Bett gekuschelt und die erste gemeinsame Nacht als vierköpfige Familie verbracht.

04.02.2009 20:49 Alter: 3 Jahre