Geburtserlebnisse aus unserem Geburtshaus
FRAUEN KÖNNEN DAS
"Ich bin eine starke, gesunde Frau und ich schaffe es ein Kind zur Welt zu bringen". Das habe ich immer gedacht, es hat mir geholfen ... und gestimmt!
Geburtsbericht Katharina, 34 Jahre, Gütersloh
Bevor ich schwanger wurde hatte ich große Angst vor einer Geburt. Als ich dann schwanger war, hatte ich gar keine mehr. Meine Angst vor einem Krankenhaus blieb.
Als ich dann Anfang des fünften Monats meiner Schwangerschaft Marina und ihr Team kennen lernte, war mein Bauch sofort für eine Geburt in der AnderWelt. Als mein Mann und ich uns tatsächlich für die Geburt im Geburtshaus entschieden war ich im neunten Monat.
Am meisten verunsicherte mich die Meinung meiner Frauenärztin. Ihre Empfehlung war ganz klar eine Entbindung im Krankenhaus, alles andere sei Leichtsinn. Es ginge schließlich um die Sicherheit des Kindes und nicht darum "dass die Mutter eine schöne Geburt hätte".
Über diesen Satz habe ich lange nachgedacht. Mutter und Kind gehören meiner Meinung nach zusammen. Wenn also die Mutter eine "schöne Geburt" hat, geht es auch dem Kind gut. Aber meine Verunsicherung war groß.
Mein Mann und ich haben uns beide Gütersloher Krankenhäuser angesehen und uns viele Stimmen und Erfahrungen angehört. Mein Mann hoffte ich würde mich für ein Krankenhaus entscheiden, gedrängt hat er mich nicht. Meine Entscheidung ist nie für das eine oder andre Krankenhaus gefallen. Wahrscheinlich wusste ich doch, dass unser Kind in der AnderWelt zur Welt kommen würde.
Ich habe "Fit durch die Schwangerschaft" bei Marina belegt und bei Ulrike den Geburtsvorbereitungskurs. Und beide Hebammen haben mir Fragen, für die meine Frauenärztin nie Zeit hatte, mit großer Ruhe beantwortet. Oder sie haben mir einfach nur zugehört. Es ging nicht um Pünktlichkeit und Höher - Schneller - Besser. Wichtig war einfach nur (da)zusein und sich wohl zufühlen. Das hat mich im alltäglichen Stress sehr beeindruckt. Das Geburthaus war für mich eben eine AnderWelt - eine andere Welt.
Mein Mann und ich hatten ein letztes Infogespräch mit Marina, drei Wochen bevor unsere Tochter geboren wurde. Danach wollten wir eine Entscheidung für Geburts- oder Krankenhaus treffen. Unser Ja zur AnderWelt fiel schon während des Gesprächs!
Endlich war alles klar! Melanie habe ich dann erst ich durch Vorsorgetermine und Akupressur kennen gelernt. Den drei Hebammen der AnderWelt, Marina, Ulrike und Melanie habe ich vollkommen vertraut, dass war ein sehr gutes Gefühl!
So begannen meine Wehen pünktlich einen Tag vor dem errechneten Geburtstermin. Marina hatte 1. Dienst und kam mittags zu mir um ein CTG zu machen und mich zu sehen. Es ging also wirklich los. Ich fand das gut. Abends kam sie wieder - herzlich, fröhlich und gelassen. Ich habe mich sehr auf sie gefreut. Sie hat mir das Gefühl gegeben jetzt etwas ganz besonderes zu sein und das hat sich gut angefühlt. Ich konnte ihr ganz vertrauen und so sind mein Mann und ich ihr um 21:30 h ins Geburtshaus gefolgt.
Marina hatte überall Kerzen angezündet und Wasser in der Badewanne eingelassen. Nach einigen Vorbereitungen wich sie nicht mehr von unserer Seite. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst, dass etwas nicht stimmen könnte. Und Marina hat alles protokolliert.
Schnell war klar, dass unser Kind den kommenden Tag geboren würde und damit pünktlich zum Stichtag. Das war unwichtig - gefreut habe ich mich trotzdem.
Von Wehe zu Wehe war ich gespannter und neugieriger auf das was kommen würde. Es war ja so aufregend!
Zum Ende hin kann ich mich nicht mehr wirklich an die Wehen erinnern. Ich weiß, dass mir Marinas Empfehlungen, Anweisungen und absolutes Dasein für mich sehr bestätigt haben. Viele Bewegungen kamen ganz instinktiv. Ich war der Meinung gewesen, dass ich nie die Kontrolle über mich verlieren würde. Ich hatte mich geirrt und das war vollkommen in Ordnung so.
Niemals werde ich die passenden Worte für dieses Überwältigende Ereignis finden, denn jetzt wurde ein neuer Mensch geboren. Der Begriff "Geburt" bekam für mich eine neue Dimension.
Ich habe nachher immer gesagt, "ohne Marina hätte ich es nie geschafft"! Ich weiß nicht wie das Kind "je da unten raus gekommen wäre"??? Und dann hat es doch funktioniert, ganz natürlich, das ist unglaublich und gewaltig. Ich war überrascht, welche Kraft eine Wehe hat und noch viel überraschter, wie viel Kraft ich selber zusätzlich aufbringen musste. Noch nie habe ich mich in meinem Leben so angestrengt. Ich bin über meine Grenzen hinaus gewachsen. Das war mehr als großer Sport und Marina ein ausgezeichneter Trainer.
Inzwischen war Melanie dazu gekommen und auch bald der Kopf unseres Kindes da. Ich kann mich gut an die Freude der beiden Hebammen erinnern, wenn die Herztöne immer noch perfekt waren und über die vielen Haare unseres Kindes. Mir war das in diesen Momenten vollkommen egal, aber ihre Hingabe und echte Freude weiß ich im Nachhinein sehr zu schätzen.
04:13 war der neue Mensch ganz da und schwups lag er auf meiner Brust. "Ist das süß!", hab ich gesagt. Da war plötzlich eine so überwältigende Freude und Ruhe. Jetzt habe ich auch meinen Mann wieder bewusster wahrgenommen. Ich bin so froh, dass wir dieses einzigartige Ereignis zusammen erleben durften: Die Geburt unserer kleinen Tochter Emma.
Jetzt gehöre ich zu den auserwählten Frauen die ein Kind gebären durften. Ich fühle mich geehrt.

