Geburtserlebnisse aus unserem Geburtshaus
Wahre Wunder verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem geheimnisvollen Zauber
Geburtsbericht von Olivia *15.09.2009 um 11:03 mit stolzen 4350 g
Ich habe heute die Ehre und darf hier ein zweites Mal über die wunderschöne Geburt unserer Tochter Olivia berichten.
Ich hoffe mit diesen Zeilen denjenigen Mut zu machen, die eine Entbindung in der Anderwelt in Betracht ziehen und nur noch das i-Tüpfelchen fehlt.
Ganz besonders möchte ich die Frauen aufmuntern, die eine nicht so glückliche Geburt in der Klinik erlebt haben und daher in einer folgenden Schwangerschaft eine außerklinische Geburt für sich in Betracht ziehen, sei es im Geburtshaus oder zu Hause.
In meiner Schwangerschaft hat mich meine Hebamme Marina die ganzen 40 Wochen begleitet. Ich habe bei meinen Frauenarzt und bei Marina abwechselnd die Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen an denen der Ultraschall anstand war ich bei meinem Frauenarzt und die restlichen hat Marina durchgeführt.
Bei den Marina-Untersuchungen habe ich viele Tipps bekommen und es wurden Fragen gestellt von Frau zu Frau, halt Dinge die ich mit meinem Frauenarzt nicht so besprechen wollte. Angenehm waren auch die Vorsorgeuntersuchungen kurz vor dem Entbindungstermin bei mir zu Hause. So kugelig zum Schluss fuhr ich nicht mehr so gerne Auto und die Wartezeiten beim Arzt bleiben einem auch erspart. Außerdem ist ein CTG zu Hause auf dem eigenen Sofa mit einem Keks eh viel gemütlicher :-)
Als ich dann am 14.09. abends ein wenig Fruchtwasser verlor kam Marina dann sogar noch um 22:00 nach Paderborn-Borchen, um nach uns zu sehen.. Da ich aber noch keine Wehen hatte konnte ich noch mal ruhig ins eigene Bett und ein wenig schlafen.
Und morgens um 1:45 ging es dann los. Erst waren die Wehen noch gut erträglich aber ab 2:45 musste ich die Wehen schon fleißig beatmen.
Um 4:45 habe ich meinen Mann geweckt und dann haben wir uns auf den Weg gemacht. In Rietberg haben wir noch unsere Tochter Laila bei der Patentante vorbei gebracht und um 4:30 sind wir an der Anderwelt angekommen. Das Heimkehrerlämpchen brannte draußen schon, alle Räume waren schön warm und das Badewasser war schon eingelassen, herrlich. Und es lag dieser Zauber in der Luft den man kaum beschreiben kann. Wer schon mal in der Andewelt zu Besuch war weiß was ich meine.
Ich bin dann auch gleich in die Badewanne, denn von meiner ersten Entbindung mit der Laila ist sie mir noch in guter Erinnerung (es waren insgesamt 16 Stunden die wir in der Badewanne verbracht haben).
Die Geburt war wunderschön und mein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich habe mir eine Geburt in der Anderwelt-Badewanne sooooo sehr gewünscht und es hat diesmal geklappt.
Was mir immer in Erinnerung bleiben wird ist die so liebevolle und fachkompetente Betreuung von Marina und auch Ulrike die morgens zur Geburt dazu gekommen ist.
Egal in welcher Geburtsphase ich mich befunden habe, es wurden immer die richtigen Worte gesprochen und mir Hilfen gegeben, die es mir angenehmer machten.
In der Eröffnungsphase wurden schöne alte Erinnerungen wieder aufgefrischt. Unsere mitgebrachte CD mit Liedern zu denen es immer eine Geschichte gibt wurden erzählt.
In der Übergangsphase wurde mir klar wie wichtig die 1:1-Betreuung bei einer Geburt ist.. Gerade diese Phase war für mich emotional sehr heftig und anstrengend. Die Mutlosigkeit hat mich ergriffen, der Gedanke die Schmerzen nicht mehr länger aushalten zu können war so groß und gerade da weiß man zu schätzen, wie hilfreich es ist eine Hebamme immer an seiner Seite zu haben. Marina hat mich immer wieder aufgemuntert, mir mit Massagen die Wehenarbeit immens erleichtert und das Zaubermittel hat seinen Rest dazu gegeben. :-)
Unglaublich finde ich es nach wie vor, dass ich nie sagen musste was ich gerade für eine Unterstützung brauchte. Ich hatte es noch nicht ganz ausgedacht da wurde schon Abhilfe geschaffen. Ich denke dass liegt daran, dass mir Marina und auch Ulrike durch die gesamte Betreuung in der Schwangerschaft schon sehr vertraut waren. So ein Vertrauensverhältnis kann man nicht aufbauen wenn man in der Klinik bei einer völlig fremden Hebamme entbindet.
Das schönste Erlebnis bei meiner zweiten Geburt war der Moment als Olivia zu mir an die Oberfläche auftrieb und ich sie als erstes in Empfang nehmen durfte, um sie mir auf die Brust zu legen. Diesen Augenblick werde ich nie vergessen und auch jetzt wenn ich daran zurück denke bekomme ich noch Tränen in den Augen.
Es war eine wunderschöne Geburt und alles so friedlich und harmonisch. Nachdem Olivia und ich ausgiebig gekuschelt haben hat sie mein Mann zum kuscheln auf die nackte Brust genommen damit ich aus der Wanne steigen konnte. Im Geburtszimmer habe ich dann die Placenta geboren und dann wurde Olivia ganz in Ruhe angelegt zum ersten Stillen.
Das hat gleich wunderbar geklappt und die beiden Hebammen haben sich in der Zeit zurückgezogen, so dass wir drei erst mal ausgiebig Zeit hatten uns in Ruhe kennen zu lernen.
Und so begann eine ganz umkomplizierte Stillbeziehung. Diese Ruhe und Harmonie haben einen schönen Start geschaffen.
Anschließend haben wir natürlich noch oben in der Küche auf die Geburt unseres zweiten Sonnenscheins angestoßen und die große Schwester Laila wurde dann von der Oma, der Patentante und dem Cousin vorbei gebracht.
Und dann ging es nach Hause, zu viert mit der kompletten Familie.
Abschließend möchten wir uns bei dem gesamten Anderwelt-Team für die liebevolle Betreuung der gesamten Zeit bedanken. Ohne euch hätte ich es nie geschafft meine beiden Mäuse auf natürlichem Wege auf die Welt zu bringen.
Ich kann nur jeder Frau ans Herz legen, sich genau zu überlegen wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte.
Und ich wünsche allen Schwangeren eine traumhafte Geburt so wie ich sie hatte.
Liebe Grüße
Marion & Mark Anthony Davis mit Laila Madelaine & Olivia


