Geburtserlebnisse aus unserem Geburtshaus
"Auf einmal war sie da. Und ich war nicht mehr schwanger, ich war Mutter. Niemals zuvor hatte ich an Wunder geglaubt."
Und jeden Tag bin ich froh und dankbar, dass ich dieses Wunder, die Geburt unserer Tochter Filina, im Geburtshaus "die AnderWelt" erfahren durfte.
Es war ein sehr schönes Geburtserlebnis. Nichtsahnend bin ich abends ins Bett gegangen. Mitten in der Nacht ging es dann los. Ich wurde ca. 2.30 von ziehenden Schmerzen wach. Diese verschwanden aber nach kurzer Zeit und so schlief ich wieder ein. Wurde aber von einem starken Schmerz wieder wach. Ich stand auf und ging erstmal ins Bad. Dort habe ich dann entdeckt, dass der Schleimpfropf abgegangen ist.
Oh je, dachte ich mir, ob es jetzt schon los geht? Da ich mein erstes Kind bekam und keine Erfahrung hatte und nicht mehr genau wusste, was ich eigentlich darüber gelesen habe, habe ich erstmal die Seiten aufgeschlagen, wo die Anzeichen für den "richtigen Beginn" beschrieben wurden. Beim Abgang des Schleimpfropfens stand, dass es u.U. auch noch Tage dauern könnte, bis sich das Kind ankündigt. Und ob das, was ich verspürte nun tatsächlich die Eröffnungswehen waren, konnte ich ja nicht wissen.
Da ich eigentlich mit meiner Tochter erst in paar Wochen gerechnet habe, habe ich beschlossen, einfach wieder ins Bett zu gehen und dachte, es legt sich alles wieder. Tja, Pustekuchen. Die Wehen kamen in regelmäßigen und recht kurzen Abständen. Also schnappte ich mir eine Stoppuhr und habe erstmal die Zeit gestoppt. Und tatsächlich, die Wehen kamen schon jede drei Minuten. Es war kurz nach 3 Uhr morgens. Ich wählte die Telefonnummer der Rufbereitschaft an.
Melanie ging dran und ich schilderte ihr dann mein Befinden und alles, was in der letzter halben Stunde mit mir so passiert ist. Während des Gesprächs kam auch eine Wehe und die musste ich erstmal veratmen, bevor ich überhaupt weiter reden konnte. Melanie merkte, dass das die richtigen Wehen waren und sagte, dass Marina gleich kommt und nach mir schaut. Es wurde also langsam ernst! Und ich hatte noch nicht mal meine Kliniktasche gepackt. Also, da ich nicht mehr denken konnte schlug ich wieder das Buch auf der entsprechenden Seite auf. In den drei Minuten Wehenpause lief ich dann durch meine Wohnung und sammelte Sachen ein. In der einen Minute mit der Wehe konnte ich nichts tun. Ich musste mich festhalten und die Wehe erstmal veratmen. Zwischendurch habe ich natürlich noch meinen Mann geweckt, der noch mehr überrascht war als ich.
Es ging mir ja gut und ich hatte überhaupt keine Anzeichen, dass es diese Nacht losging. Nun gut, da Marina unterwegs war, war es also ernst. Also, mein Mann war angezogen, Tasche war gepackt (oder doch nicht ganz, das weiß ich nicht mehr) und schon klingelte Marina an der Tür. Sie hat mich kurz untersucht. Wir waren mitten drin. Die Gebärmutter war bereits 5 cm offen und das Köpfchen stand bereits sehr tief. Keine Zweifel mehr, mein Kind war bereits unterwegs. Wir machten uns also ohne Hektik auf den Weg zum Geburtshaus. Marina fuhr vor.
Gott sei Dank war es Nacht. Wir kamen sehr gut durch, mussten die Strecke von Rheda nach Gütersloh zurücklegen. Länger hätte die Fahrt für mich aber auch nicht sein dürfen, denn ich spürte schon den Druck. Dort angekommen stürzten wir ins Haus rein, es war abgesprochen, dass ich zuerst in die Wanne komme. Also, da wir uns ja im Haus schon auskannten und keine Formalitäten erledigen mussten, ging es direkt in die Wanne. Ich war noch immer in dem Glauben, dass es noch mehrere Stunden dauern wird, bis das Kind kommt. Es war ja mein Erstes und da dauert es in der Regel ja länger (habe ich so gelesen).
Also ging ich in die Wanne und freute mich darauf, darin entspannen zu können und dachte, ich werde diese gleich wieder verlassen (denn eigentlich bin ich gar kein Badenwannen-Typ). Doch es kam ganz anders!
In der Wanne angekommen wollte ich eigentlich mich zurück lehnen und entspannen. Aber es ging direkt weiter. Marina war die ganze Zeit bei mir, hat mich unterstützt und "angefeuert". Sagte was als Nächstes kommt und was ich machen sollte. Ich fühlte mich frei (was ich auch "ausnutzte"!) und gut aufgehoben, konnte loslassen und durfte meine Wünsche äußern. Ich konnte und durfte bei der Geburt meiner Tochter mitbestimmen, mitreden und natürlich noch "hart arbeiten"(hat sich auf jeden Fall gelohnt! ).
Die Geburt verlief komplikationsfrei und sehr schnell. Mein Mann war die ganze Zeit dabei und hat mich toll unterstützt, worüber ich heute noch sehr glücklich und dankbar bin. Am 01.04.2009 um 5.41 Uhr (also circa drei Stunden nach der ersten Wehe) war unsere Tochter auch schon da. Endlich durfte ich mich entspannt zurücklehnen und mit meiner Tochter auf der Brust und meinem Mann an meiner Seite DEN AUGENBLICK in vollen Zügen genießen.......
Irgendwann haben wir die Badewanne verlassen, wurden kurz untersucht (allen drei ging es blendend: mein Mann war überglücklich, mein Töchterchen schlief zufrieden in seinen Armen und ich konnte nicht fassen, dass wir nun zu dritt waren, dass die Geburt so wunderschön, vertrauensvoll und persönlich verlaufen ist, dass wir so tolle Hebammen an unserer Seite hatten und nicht zuletzt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, unser Kind im Geburtshaus zu bekommen).
Anschließend gab es noch mit Marina und Ulrike ein schönes Frühstück, ich denke noch sehr oft daran! Es war eine sehr schöne Feier!
Mit Tipps rund um die ersten Stunden mit unserem Baby gerüstet, verließen wir kurz vor zehn Uhr das Geburtshaus und fuhren Richtung "unseres neues Leben".....
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meinen Mann und meine Eltern für die Hilfe und die Unterstützung meiner Entscheidung, an Melanie für die hervorragende Einführung in das Thema "Geburt im Geburtshaus" und die Vorsorge, an Ulrike für die ebenfalls gute Betreuung, Begleitung und Aufklärung vor, während und nach der Geburt und das Durchschneiden der Nabelschnur und an Marina für die entspannenden Momente während der Akupressur, das unvergessliche Geburtserlebnis, die wunderbare Wochenbettbetreuung, interessante Gespräche, Unterstützung, Zuspruch und dass du mit Verwirklichung deines Traumes von Geburtshaus unser Traum hast wahr werden lassen! Vielen herzlichen Dank!
Wieder Geburtshaus? - JA!
Musa & Elena mit Filina

